Stille Eskalation: Wenn Konflikte in Teams unsichtbar werden – und warum Unternehmen in Ludwigsburg, Stuttgart und der Region früh handeln sollten
Kategorie: Konfliktklärung | Teamcoaching | Führung | Mediation
„Der gefährlichste Moment in einem Konflikt ist nicht, wenn Menschen laut werden. Es ist, wenn sie aufhören zu reden.“
Es beginnt meist mit kleinen Signalen.
Eine Kollegin, die in Meetings nur noch das Nötigste sagt. Ein Teamleiter, der Entscheidungen immer häufiger alleine trifft, „um Ärger zu vermeiden“. Eine Stimmung, die sich beim Betreten eines Büros spürbar verändert – schwer zu benennen, aber deutlich zu fühlen.
Konflikte in Teams und Organisationen sind selten die, die man sieht. Die eigentlich folgenreichen Konflikte sind die, die niemand offen benennt. Sie laufen unter der Oberfläche. Sie gestalten Zusammenarbeit, Entscheidungen und Atmosphäre – unsichtbar, dauerhaft und mit erheblicher Wirkung.
Ich erlebe das regelmäßig in meiner Arbeit als Coach und Mediatorin in Ludwigsburg und der Region Stuttgart: Menschen kommen nicht, wenn der Konflikt gerade explodiert. Sie kommen, wenn sie erschöpft sind – von Jahren der stillen Eskalation.
In diesem Artikel beschreibe ich, wie stille Eskalation in Teams entsteht, woran sie früh erkennbar ist, und was wirksam helfen kann. Für Führungskräfte und Organisationen in Ludwigsburg, Stuttgart, Heilbronn, Böblingen, Bietigheim-Bissingen, Waiblingen, Leonberg, Backnang, Marbach am Neckar und der gesamten Region.
Was ist stille Eskalation?
Die Konfliktforschung unterscheidet zwischen offenen und verdeckten Konflikten. Offene Konflikte – Auseinandersetzungen, klare Meinungsverschiedenheiten, auch laute Auseinandersetzungen – sind schmerzhaft, aber handhabbar. Sie sind sichtbar. Man kann auf sie reagieren.
Verdeckte Konflikte sind subtiler und langfristig gefährlicher.
Friedrich Glasl, einer der bekanntesten Konfliktforscher im deutschsprachigen Raum, beschreibt in seinem Stufenmodell der Konflikteskalation, wie Konflikte sich schrittweise verhärten – oft ohne dass die Beteiligten es bemerken. Auf den frühen Stufen ist noch vieles im Dialog klärbar. Auf späteren Stufen geht es den Beteiligten nicht mehr um Lösungen, sondern darum, die andere Seite zu schwächen.
Stille Eskalation bedeutet: Der Konflikt steigt auf diesen Stufen auf – aber niemand spricht darüber. Er wird nicht benannt, nicht angegangen, nicht mediiert. Er wird verwaltet, umgangen, ignoriert.
Und er kostet. Produktivität. Energie. Talente. Und manchmal: ganze Teams.
Wie stille Eskalation entsteht – und warum sie so lange unbemerkt bleibt
In Unternehmen – ob im Stuttgarter Stadtgebiet, im Ludwigsburger Landkreis, im Heilbronner Raum oder in Böblingen und Sindelfingen – begegne ich regelmäßig ähnlichen Mustern:
Harmoniebedürfnis übertrumpft Klärungsbedürfnis.
Viele Teams und Führungskräfte haben gelernt, dass offene Konfliktgespräche riskant sind. Sie könnten die Stimmung verschlechtern, Beziehungen belasten, als „schwierig“ gelten. Also wird geschwiegen. Und aus dem Schweigen wird Gewohnheit.
Führung übergeht Frühsignale.
Ein kurzer Stimmungseinbruch nach einem Meeting. Ein Teammitglied, das plötzlich weniger Initiative zeigt. Entscheidungen, über die „hinterher gemunkelt“ wird, statt sie direkt anzusprechen. Viele Führungskräfte nehmen diese Signale wahr – aber ordnen sie nicht als Konfliktzeichen ein. Sie hoffen, es „gibt sich wieder“.
Überlebensstrategien schützen vor Konfrontation.
Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens innere Muster, die sie in schwierigen Situationen schützen. Rückzug. Anpassung. Kontrolle. Überverantwortung. Diese Muster – ich beschreibe sie ausführlich in meinem Artikel über NARM Coaching – sind im Einzelnen oft sinnvoll. Im Team, wo viele solcher Muster aufeinandertreffen, entstehen jedoch lähmende Dynamiken: Niemand sagt, was er wirklich denkt. Niemand benennt, was nicht stimmt.
Organisationale Strukturen begünstigen Sprachlosigkeit.
Wenn Hierarchien klar sind, aber Feedback-Kultur fehlt; wenn Effizienz über Beziehungsqualität gestellt wird; wenn „Probleme“ als Schwäche gelten – dann bleibt keine Sprache für das, was wirklich los ist.
Woran erkenne ich stille Eskalation früh?
Folgende Signale deuten darauf hin, dass ein Konflikt in einem Team beginnt, sich zu verhärten – auch wenn er noch nicht offen ausgetragen wird:
Im Kommunikationsverhalten:
- Einzelne Personen melden sich in Meetings kaum noch zu Wort
- Informationen werden nicht mehr vollständig geteilt
- Kleingruppen bilden sich; Absprachen finden mehr „im Flur“ als in gemeinsamen Runden statt
- Tonlage wird sachlicher, kälter, formaler – auch in schriftlicher Kommunikation
Im Verhalten:
- Häufigere Krankmeldungen oder Auszeiten einzelner Personen
- Sinkende Initiative und Eigenverantwortung
- Wachsende Zahl von Eskalationen an Führungskräfte, die früher im Team geklärt wurden
- Zynismus oder Sarkasmus als Kommunikationsstil
In der Zusammenarbeit:
- Projekte verzögern sich ohne klare fachliche Gründe
- Qualität nimmt ab, ohne dass jemand eingreift
- Entscheidungen werden aufgeschoben oder immer häufiger revidiert
Im Führungserleben:
- Führungskräfte berichten, sich permanent „zwischen den Stühlen“ zu befühlen
- „Ich weiß, dass etwas nicht stimmt, aber ich weiß nicht, was.“
- Das Gefühl, für alle da zu sein – und dabei selbst zunehmend zu erschöpfen
Alle diese Signale allein beweisen noch nichts. Aber wenn mehrere davon über Wochen oder Monate konstant auftreten – dann ist Handeln angesagt.
Was helfen kann: drei Ansätze aus der Praxis
1. Teammediation: klären, was unter der Oberfläche liegt
Teammediation ist kein Krisenmanagement. Sie ist ein strukturierter, professionell begleiteter Prozess, der einem Team ermöglicht, das auszusprechen, was bisher ungesagt blieb – in einem Rahmen, der Sicherheit bietet und Eskalation verhindert.
In meiner Praxis erlebe ich: Wenn Teams die Möglichkeit bekommen, offen und ohne Bewertung über das zu sprechen, was sie wirklich bewegt, verändert sich etwas. Nicht sofort. Nicht ohne Schmerz. Aber nachhaltig.
Mehr über Teammediation erfahren →hier
Teammediation ist besonders wirksam, wenn:
- Die Zusammenarbeit konkret unter Reibung leidet
- Führungskräfte das Gefühl haben, Konflikte immer wieder „managen“, aber nicht auflösen zu können
- Vertrauen im Team gesunken ist und wiederaufgebaut werden muss
- Eine strukturelle Veränderung (z. B. Fusion, Umstrukturierung, neues Führungsteam) Spannungen ausgelöst hat
2. Führungscoaching: von der Selbstregulation zur Führungswirksamkeit
Viele Konflikte in Teams entstehen nicht im Team – sie entstehen in der Art, wie Führung ausgeübt wird. Nicht aus böser Absicht, sondern weil Führungskräfte selbst unter Druck stehen, unbewusste Muster wirksam sind und Werkzeuge fehlen.
Selbstregulation – die Fähigkeit, unter Druck handlungsfähig und verbunden zu bleiben – ist eine der Schlüsselkompetenzen moderner Führung. Sie lässt sich entwickeln. Im Einzelcoaching. In Ruhe. Mit Tiefgang.
Im Führungscoaching arbeite ich u. a. mit:
- Introvision Coaching, um blockierende innere Konflikte zu lösen
- Ansätzen aus dem NARM-Modell, um Überlebensstrategien zu erkennen und zu transformieren
- Methoden zur Stressbewältigung und zum Aufbau nachhaltiger Resilienz
Mehr über Führungscoaching →hier
3. Teamcoaching: Zusammenarbeit strukturell stärken
Während Teammediation auf einen bestehenden Konflikt zielt, setzt Teamcoaching früher an: Es stärkt die Strukturen, die Konflikte erst gar nicht eskalieren lassen.
Dazu gehören: eine gemeinsam gelebte Feedback-Kultur, klare Verantwortlichkeiten, psychologische Sicherheit als Grundlage von Offenheit, sowie die Fähigkeit, mit Unsicherheit und Veränderung konstruktiv umzugehen.
Was wirklich auf dem Spiel steht: Kosten stiller Konflikte
Eine häufige Reaktion von Führungskräften und Verantwortlichen in Organisationen: „Wir beobachten das schon eine Weile, aber es ist noch handelbar.“ Oder: „Wir können uns gerade keine aufwändige externe Begleitung leisten.“
Ich verstehe diese Haltung. Und ich möchte sie gerne kontextualisieren.
Aktuelle Studien zur Führungswirksamkeit zeigen: Unklare Konflikte sind einer der teuersten Kostenfaktoren in Organisationen – weit vor technischen Problemen oder fehlenden Ressourcen. Die Gallup-Erhebungen zur Mitarbeiterbindung belegen regelmäßig: Innere Kündigung korreliert stark mit mangelnder Konfliktkultur und fehlender Führungsqualität.
Konkrete Kosten entstehen durch:
- erhöhte Fluktuation und Recruiting-Aufwand
- sinkende Produktivität in betroffenen Teams
- krankheitsbedingte Ausfälle, die oft Erschöpfungsfolgen von chronischem Beziehungsstress sind
- Innovations- und Entscheidungsverlangsamung
- und nicht zuletzt: durch den stillen Verlust von engagierten, kompetenten Kolleginnen und Kollegen, die sich intern verabschieden – lange bevor sie kündigen
Wenn Konflikte bei der Arbeit auch nach Hause gehen
Ein Aspekt, der oft vergessen wird: Beziehungsstress am Arbeitsplatz bleibt nicht im Büro. Er geht mit nach Hause. Er beeinflusst Stimmung, Kommunikation und Intimität in Paarbeziehungen.
Wer chronisch unter Konflikten am Arbeitsplatz leidet, bringt das mit – in die Familie, in die Partnerschaft, in die Freizeit. Was sich dann zeigt, sind nicht selten Muster, die auch Paare beschäftigen: Rückzug, Reizbarkeit, Erschöpfung, das Gefühl, nicht wirklich gehört zu werden.
Wenn Sie merken, dass die berufliche Belastung auch Ihre Partnerschaft berührt – oder wenn Konflikte im privaten Bereich nach professioneller Begleitung verlangen – finden Sie unsere Angebote für Paare unter www.paarbeziehung-im-fokus.de.
Wenn es tiefer geht: Auszeiten und Retreats
Manchmal braucht es mehr als einen Coaching-Termin oder Coaching-Prozess im Alltag. Manchmal braucht es einen geschützten Raum und Gleichgesinnte – zum Innehalten, zur Reflexion, zur Erneuerung.
Im EntfaltungsRaum bieten wir Führungskräften, BeraterInnen und Einzelpersonen intensive Formate an: Retreats auf Kreta, in Ludwigsburg und am Ammersee. Für Menschen, die spüren, dass sie mehr als eine Auszeit brauchen – sondern eine echte Neuausrichtung oder innere Sortierung.
Mehr über unsere Retreat-Angebote →hier
Coaching und Mediation in Ludwigsburg und der Region: Was ich anbiete
Ich bin Menexia Kladoura.
Ich begleite seit 15 Jahren Einzelpersonen, Führungskräfte und Teams in Coaching, Mediation und Beratung – in Ludwigsburg und online, für Unternehmen, BeraterInnen und Privatpersonen aus der gesamten Region.
Meine Schwerpunkte:
- Teammediation – Konflikte klären, bevor sie eskalieren
- Führungscoaching – Professionalität und Persönlichkeit entwickeln
- Teamcoaching – Zusammenarbeit und Resilienz stärken
- Stressbewältigung – für Führungskräfte und Teams
- Persönlichkeitsentwicklung – Tiefgang statt Oberfläche
- Paarberatung und Paarmediation – wenn Beziehung Klarheit braucht
Meine Praxis: Rosenstraße 5B, 71640 Ludwigsburg
Ich begleite KlientInnen aus Ludwigsburg, Stuttgart, Heilbronn, Böblingen, Sindelfingen, Bietigheim-Bissingen, Vaihingen an der Enz, Marbach am Neckar, Backnang, Waiblingen, Leonberg, Esslingen und der gesamten Region – persönlich vor Ort und online.
Abschließender Gedanke
Konflikte gehören zum Menschsein. Sie sind nicht das Problem – das Problem ist, wenn sie keine Sprache mehr finden.
Die gute Nachricht: Es braucht keine Katastrophe, um handlungsfähig zu werden. Es braucht Mut zur Klarheit. Die Bereitschaft, hinzuschauen. Und manchmal jemanden, der einen sicheren Rahmen schafft, in dem das Hinschauen möglich wird.
Wenn Sie spüren, dass in Ihrem Team, Ihrer Führungsrolle oder Ihrem Unternehmen etwas unter der Oberfläche liegt – bin ich gerne Ihr Gegenüber.
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Herzliche Grüße aus Ludwigsburg,
Menexia Kladoura
M hoch x – Beratung, Coaching und Mediation
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Viel Freude beim Lesen wünschen
Menexia Kladoura und das ganze Team von M hoch x


